Juni 26, 2020

Fräulein Smillas Gespür für … Hunde die nur spielen wollen

​​Kennt ihr sie auch, die Hunde, die nur spielen wollen? Oftmals sind es junge, agile Hunde, die tollpatschig durch die Gegend laufen und einfach auf einen zugerannt kommen. Meistens begleitet vom Geschrei der Besitzer: "Der tut nix, der will nur spielen!"

Auch wenn der ein oder andere meine Meinung nicht verstehen kann oder will, möchte ich heute doch mal ein paar Worte dazu loswerden. Ich als kleine, zarte Papillon-Dame wiege gerade einmal 2,5 kg. Nahezu jeder Hund, dem wir begegnen ist also größer als ich. Manchmal nur ein wenig, manchmal fühle ich mich aber auch, als käme ein Riese auf mich zugerannt. Frauchen sagt dann oft, das ist ein Labrador oder ein Aussie oder ein Berner Sennen, für mich sind die Hunde einfach groß und beängstigend.

Ich gebe ja zu, eigentlich mag ich andere Hunde. Besonders große Hunde habe ich eigentlich sehr gerne, meine besten Freunde waren immer eher große Hunde - da habe ich mich sicher gefühlt. Die kannten mich aber auch und wussten, dass man mit mir zartem Wesen vorsichtig umgehen muss! Der Vorwurf an mich, ich wäre schlecht sozialisiert und müsste nur mal ordentlich spielen, ist also definitiv falsch!

Aber natürlich, wenn so große, wilde Hunde auf mich zugerannt kommen, werde ich hektisch und kriege Angst. Wenn ich nah genug bei Frauchen bin, rettet sie mich zum Glück immer indem sie sich vor mich stellt oder auch mal auf den Arm nimmt! Manchmal bin ich aber auch weiter weg und kriege Panik und renne dann erst einmal wild bellend weg. Bisher konnte mich Frauchen immer noch durch einen beherzten Spurt retten und den anderen Hund von mir fernhalten, so dass zum Glück noch nie etwas passiert ist. Aber mal ehrlich, muss das sein dass wir kleinen Hunde regelmäßig Angst und Panik kriegen?

Warum kommen die anderen Hunde wild gerannt?

Ich habe also mal wieder Frauchen gefragt, ob sie mir erklären kann, warum immer wieder andere Hunde wie wild auf uns zugerannt kommen. Sie versucht ja schon immer, die Situationen möglichst zu vermeiden, aber immer klappt es leider nicht. Sie hat mir dann erklärt, dass es mehrere Ursachen gibt:

1) Die anderen Hunde wollen tatsächlich spielen

Es gibt viele Hunde, ​die tatsächlich gerne mit anderen Hunden spielen wollen. Dies sind oft noch junge Hunde oder auch ältere, die einfach einen Artgenossen erblicken und spielen wollen. Die Hunde können da nichts für, denn diese sind in fröhlicher, aufgeregter Stimmung und rennen einfach auf den Artgenossen los. Diese Hunde haben aber oft nicht gelernt, mit kleinen Hunden zu spielen und stellen daher trotz freundlicher Gesinnung ein großes Risiko für mich als kleinen Hund dar. Denn es reicht schon eine Pfote die von oben kommt um mich ernsthaft zu verletzen!

2) Die anderen Hunde wollen nicht spielen

Ja, auch das gibt es. Hunde, die nicht spielen wollen und trotzdem auf andere Hunde zurennen. Dies kann mehrere Gründe haben. Vielleicht haben sie einfach gelernt, dass Angriff die beste Verteidigung ist und rennen daher zu Artgenossen um nicht selbst überrumpelt zu werden. Vielleicht wollen sie aber auch abchecken, wer da rumläuft. Dies kann hormonelle Gründe haben oder auch mit dem Gebiet zu tun haben, wo man unterwegs ist. Vielleicht ist der andere Hund auch einfach nur neugierig und möchte gucken, wer da kommt. Das sind alles Hunde, die oft harmlos sind aber trotzdem erst einmal Angst und Schrecken verbreiten können.

3) Die anderen Hunde greifen an

Das ist die Sorte Hund, bei denen es schnell sehr gefährlich wird. Dies sind Hunde, die aus diversen Gründen gelernt haben, dass es die beste Strategie ist, andere Hunde anzugreifen. Hierbei kann es je nach Intensität schnell zu sehr gefährlichen Situationen kommen. Die angreifenden Hunde sind jedoch nicht per se böse Hunde! Die Hunde haben meist nur gelernt, diese Strategie erfolgreich anzuwenden!

Die Menschen hinter den Hunden

Das sind die Personen, die dafür verantwortlich sind, dass es immer wieder zu unschönen Situationen kommt! Doch auch hier gibt es sehr große Unterschiede:

1) Ein Versehen

Es kommt vor, dass viele unglückliche Zufälle zusammen kommen und ein Hund, der eigentlich nicht ohne Leine rumläuft auf einmal um die Ecke geschossen kommen. Ich gebe ehrlich zu, auch ich habe Frauchen schon einmal überrascht und bin aus der Tür rausgerannt und habe einen anderen Hund damit sehr erschreckt! Ja, das war bestimmt nicht die beste Idee von mir, aber ich musste doch schauen, was dort vor sich geht. Frauchen hat sich natürlich sofort bei dem anderen Hundebesitzer entschuldigt und mich zurück gerufen. Aber ich sag euch, auch ich kleines Wesen kann anderen einen großen Schrecken einjagen! Wenn es zu einem solchen Versehen kommt, kann man sich ja wenigstens ordentlich entschuldigen, oder wie seht ihr das? Frauchen ist schließlich auch nur ein Mensch und macht mal einen Fehler!

2) ​Der Hund hört einfach nicht

Frauchen sagt, die meisten Menschen die ihre Hunde einfach so rennen lassen haben gar keine Chance, diese zurück zu rufen! Denn die Hunde hören nicht auf den Rückruf. Das kann ich so gar nicht verstehen, der Rückruf macht doch soviel Spaß! Ich kriege immer eine so tolle Belohnung wenn ich zurück komme, dass ich es liebe zurück zu rennen! Aber wollen wir mal nicht abschweifen, es geht schließlich um ein ernstes Thema hier! Frauchen behauptet, ohne es beweisen zu können, dass ein Großteil der "der-will-nur-spielen"- Hunde in Wirklichkeit nicht auf den Rückruf hören und die Besitzer besser anstatt "der will nur spielen" so etwas rufen sollten wie: "ich kann meinen Hund nicht zurückrufen"! Warum diese Hunde dann ohne Leine rumlaufen ist eine ganz andere Frage, die weder ich noch Frauchen verstehen können!

3) Rücksichtslosigkeit und fehlende Empathie

Frauchen sagt, dies ist das größte Problem bei dem Thema. Die meisten Hundehalter achten einfach nicht auf ihre Mitmenschen und sind völlig mit sich selbst beschäftigt. Manche schauen mehr auf ihr Handy als auf den eigenen Hund und es ist ihnen egal, wenn andere Hunde dadurch in Gefahr kommen. Vielleicht kann sich der ein oder andere auch nicht in mich zartes Wesen hineinversetzen, aber der gesunde Menschenverstand sollte eigentlich ausreichen um zu wissen, dass man den eigenen Hund bei sich behält.

Fazit

Ihr seht, meine Artgenossen können nichts dafür. Viele wollen ja wirklich mit mir spielen, ich bin nur leider einfach sehr zerbrechlich. Was nicht in mein kleines Papillon-Hirn rein will ist die Tatsache, dass die Besitzer der Hunde oft so rücksichtslos und uneinsichtig sind. Immerhin sind die Wege öffentlich und ich habe genauso das Recht gefahrlos dort spazieren zu gehen wie jeder andere Hund. Es wäre doch einfach schön, wenn jeder auf die anderen Rücksicht nimmt und somit für jeden ein gefahrloses spazieren gehen möglich ist!

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Tags

Fräulein Smilla, Hundetraining


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