Juni 19, 2020

Fräulein Smillas Gespür für … Grunderziehung

Grunderziehung - ​Welch großes Wort! ​Ständig rufen bei Frauchen interessierte Hundehalter an und fragen, ob es aktuelle Kurse zur Grunderziehung gibt.  Besonders hier bei Planet-Pfote gibt es ja einen Onlinekurs zu diesem Thema, aber was genau steckt eigentlich dahinter?

Ich wollte es wie immer genauer wissen und habe mich da mal unter meinen Hundekumpels interessiert umgehört. Grunderziehung, das sind wohl die wichtigsten Signale, die jeder Hund kennen und können sollte, so erzählen es zumindest immer die Menschen. Aber als ich gefragt habe, welches Signal meine Kumpels meistens von ihren Menschen hören, war "Nein" auf der Spitzen-Position gefolgt von "Lass das/hör auf", und von "Komm". Das fand ich spannend, denn Nein oder Lass das höre ich von Frauchen nie! Komm oder einen Pfiff als Rückruf nutzt sie auch sehr gerne, oder auch ein Warte. Aber nein und lass das?

​Als ich dann weiter fragte, ob sie denn überhaupt auf die Signale hören, wurde nur leise gelacht. Besonders nein und lass das wird wohl gekonnt ignoriert von den anderen Hunden. Nunja, ich war schon etwas traurig, warum haben die anderen so tolle Signale und ich nicht? Da mein Frauchen gemerkt hat, dass ich traurig war, hat sie es mir noch einmal erklärt:

Was versteht man eigentlich unter Grunderziehung?

Ich war sehr erstaunt, denn es gibt überhaupt keine richtige Definition. Jeder definiert für sich das Wort Grunderziehung etwas anders, jeder versteht darunter andere Signale und Verhaltensweisen. Zusammenfassend sagen kann man aber, dass unter Grunderziehung der ​Bereich im Hundetraining verstanden wird, bei dem es um das Training für den Alltag geht. Der Hund soll bei der Grunderziehung lernen was er braucht um mit seinem Menschen ein entspanntes Leben zu haben. Es geht um Signale wie Sitz, Platz, Bleib, Komm und Aus, bei einigen Trainern gehören mehr, bei anderen weniger Signale dazu. Ebenso ist es sehr unterschiedlich, wie der Hund lebt und welche Signale benötigt werden. Frauchen sagt ihren Kunden immer, besser wenige Signale, die aber sehr gut trainiert und abrufbar sind, als tausend unterschiedliche Signale, die alle nur so halb funktionieren.

Welche Signale sind unbedingt notwendig?

Das ist gar nicht so einfach zu beantworten. Denn jeder hat andere Ansprüche an seinen eigenen Hund und an das Leben mit dem eigenen Hund! Ich als Hundetrainer-Hund muss ja sehr viele Signale können, da ich immer wieder im Training diese vorführe bzw ein sehr abwechslungsreiches Leben habe. Aber Frauchen sagt ihren Kunden immer, es braucht gar nicht so viel um entspannt mit dem Hund zusammen zu leben (die Reihenfolge ist nicht der Wichtigkeit nach geordnet): 

1) ​Handtarget (​mit der Schnauze die Hand des Menschen berühren)

2) Rückruf (wenn er zuverlässig funktioniert ​ein Segen und ein tolles Allround-Signal)

3) Bleib oder Warte (ein Signal, bei dem der Hund irgendwo bleibt und dort entspannen kann)

4) Aus (etwas aus dem Maul sich rausnehmen lassen oder fallen lassen)

5) Leinenführigkeit (an lockerer Leine laufen)

5 Signale nur? Ich dachte, es bräuchte viel mehr? Ich habe mal allein für die Begleithundeprüfung und den Hundeführerschein schon viel mehr lernen müssen! Und dann ist da nicht mal ein Sitz oder Platz dabei? Und ein Hand-Target? Dann müsste ich ja immer einen halben Meter hoch springen um die Hand zu berühren? Was soll das denn? Ich muss Frauchen sehr verwundert angeguckt haben, denn sie hat mir dann die Bedeutung der Signale erklärt und warum man mit einer Kombination aus diesen 5 Signalen nahezu alle Situationen meistern kann:

Handtarget:

Ein Signal, dass früher sehr selten gelehrt wurde aber inzwischen zum Glück immer öfters Einzug ins Hundetraining findet. Es bedeutet, dass der Hund lernt, mit der Schnauze die ausgestreckte Hand des Menschen zu berühren. Bei sehr kleinen Hunden wie mir reicht es auch, sich der Hand auf 30cm oder weniger anzunähern. Ich liebe dieses Signal. Frauchen ist dabei immer sehr ruhig und spricht nicht ständig mit mir und ich weiß genau was meine Aufgabe ist! Das ich dafür belohnt werde, ist ja wohl klar! Frauchen findet das Signal so wichtig, weil man den Hund damit in seine Nähe holen kann und dirigieren kann. Damit fällt das Zerren an der Leine und das hin und herschieben des Hundes weg!

Rückruf

Ich glaube, dazu  muss ich nicht viel sagen. Mir wurden ja verschiedene Formen des Rückrufs beigebracht, aber allgemein reicht es, wenn der Hund auf einen zuverlässig hört! Damit kann der Hund sehr viel Freiheit erlangen und die Sicherheit ist gewährleistet.

Bleib oder Warte

Hiermit meint Frauchen ein Signal, was dem Hund sagt "bleib an dieser Stelle stehen/sitzen/liegen und entspann dich". Also ein universelles Signal für alle Lebenslagen. Wichtig ist, dass bei diesem Alltags-Bleib der Hund nicht unter Spannung warten soll sondern sich entspannen soll. Im Bleib für den Hundesport sieht das ja ganz anders aus. Ich erinnere mich noch so gut an meine Begleithundeprüfung, wo ich nach dem Bleib zu Frauchen gerannt kommen musste um dort schön brav vorzusitzen. Da war ich immer unter großer Spannung. Inzwischen weiß ich aber, wenn Frauchen "warte" sagt, dass ich mich einfach hinlege und dort entspanne bis sie mir was anderes sagt.

Aus

Ein Signal, das Leben retten  kann. Wie wichtig es ist, dass dein Hund ein sehr zuverlässiges "Aus"-Signal kennt und befolgt, kann sich jeder vorstellen der schon einmal mit Giftködern oder anderen giftigen Stoffen für Hunde zu tun hatte! Ich als kleiner, verfressener Papillon hab lange gebraucht, bis Frauchen mir erklären konnte, wie sehr es sich lohnt wieder leckere Sachen auszuspucken, denn es gibt immer noch etwas besseres. Ja, wir Hunde neigen dazu einfach alles zu fressen, es schmeckt ja auch sooooo lecker!

Leinenführigkeit

Ehrlich gesagt, finde ich Leinenführigkeit echt öde! Und Frauchen sagt, bei einem kleinen, 2,5kg-Hund wie ich es bin, wäre es auch nicht so essentiell, solange das Geschirr an dem ich angeleint bin gut passt. Trotzdem habe ich gelernt, nahezu immer an lockerer Leine zu laufen. Das ist einfach viel angenehmer für mich. Und Frauchen meint, wenn der Hund sehr groß ist, ist es auch für die Menschen sehr anstrengend und gefährlich wenn die Hunde in die Leine springen.

Fazit

Habt ihr gemerkt. Frauchen nutzt kein Nein oder Lass das in der Grunderziehung. Sie sagt immer, wenn ich doch zuverlässig zu ihr komme, braucht sie mir nichts zu verbieten sondern gibt mir ein alternatives Verhalten was ich tun kann. Finde ich klasse, denn so kann ich mir immer noch eine Belohnung verdienen, und oft darfich dann nach dem Marker-Signal einfach mit dem weiter machen, was ich eh tun wollte. Aber Frauchen denkt dann immer, sie hätte es erlaubt - und in dem Glauben wollen wir sie doch einfach mal lassen :)​

Welche Signale braucht ihr in dem täglichen Zusammenleben mit eurem Hund? Gibt es noch mehr, was für euch wichtig ist?

​Liebe Grüße,

Jana

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Grunderziehung


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