Juni 12, 2020

Fräulein Smillas Gespür für … Belohnungen

Belohnungen - ein Wort das Frauchen ständig verwendet. Bei fast jedem Kunden höre ich sie darüber reden - immer wieder erzählt sie, wie wichtig die richtigen Belohnungen für das Hundetraining sind! Ich kann das Wort ja schon fast nicht mehr hören... Immer wieder und wieder erklärt sie es, aber so richtig habe ich nie zugehört. Doch dann fragte Herrchen letztens auf ​einer Wanderung, ob denn auch genügend Belohnungen für mich eingepackt wurden. Und Frauchen fing an aufzuzählen:

- der Lieblingsball, Trockenfutter, die Lieblingsleckerchen, Käsewürfel, ein Zergel, ein wenig Hunde-Leberwurst aus der Tube, Möhrenstückchen.

Ich hab ja schon sehr große Ohren wie ihr wisst, aber meine Ohren wurden immer größer und größer, als ich dieses Liste gehört habe. Ich bin schon fast ausgerastet vor lauter Vorfreude, das alles sollte ich kriegen? Das ist ja wie das Paradies auf Erden! Wenn so tolle Sachen hinter dem langweiligen Wort Belohnungen stecken, wollte ich es jetzt doch mal etwas genauer wissen! Ich habe also nachgefragt und Frauchen war so lieb und hat mir das nochmal alles ganz lieb erklärt.

Nun bin ich eine also noch ein Stück schlauer als vorher und möchte euch natürlich an meinem Wissen teilhaben lassen!

Was also sind Belohnungen und warum sind sie so wichtig im Hundetraining?

Nun, im Prinzip ist das ganz einfach, wie Frauchen erklärt hat. Sie als Hundetrainerin möchte natürlich ​die Hunde so trainieren, dass sie künftig das machen, was ihre HalterInnen sich wünschen. ​ Hunde zeigen ein Verhalten aber nur dann öfters, wenn es sich für sie lohnt. dies ist ein ganz einfacher Grundsatz im Hundetraining: Verhalten, dass sich für den Hund lohnt wird öfters gezeigt wohingegen Verhalten, welches sich nicht lohnt, nach und nach immer weniger werden wird. Eigentlich ganz simpel, oder? 

Ja, das dachte ich auch, bis die Erklärung dann weiter ging. Sie hat mir nämlich erzählt, dass viele HundehalterInnen gar nicht wissen, was der eigene Hund als Belohnung liebt. Könnt ihr euch das vorstellen? Dabei ist es doch ganz einfach: ein Stückchen Futter und zumindest ich bin überglücklich. Aber auch hier musste Frauchen mich ein wenig aufklären: Nicht jeder Hund findet Futter toll! Könnt ihr euch das vorstellen? Futter nicht mögen, ja sogar das Futter verweigern? Das käme für mich nie in Frage, ich nehme alles was ich kriegen kann - mhmmmm.

​Weiter also mit der Erklärung von Frauchen - verzeiht mir, aber bei Futter kriege ich immer direkt so ein Magengrummeln und bin abgelenkt. Um erfolgreich trainieren zu können ist es also als erstes absolut wichtig zu erkennen, was der eigene Hund liebt. Der ein oder andere von euch wird es so einfach haben wie Frauchen mit mir - ich mag nahezu alles, was essbar ist. Und für meinen Ball würde ich sowieso alles geben! Viele Hunde sind da aber wohl wählerischer, die mögen gar nicht spielen oder sind draußen zu ängstlich um zu fressen.

Ich habe also mit Frauchen gemeinsam eine Hobby-Liste für mich angefertigt. Durch diese Liste weiß sie ganz genau, was mir Spaß macht und womit sie mich belohnen kann. Und all die tollen Dinge, die sie oben erwähnt hat - von Leckerchen über Ball über Zergel über Leberwurst - stehen da drauf. Nach Situation sortiert, so mag ich zum Beispiel gar nicht zergeln wenn andere Hunde dabei sind - mit meinem Ball spiele ich aber immer gerne, da sind mir andere Hunde egal. Bei mir ist es ganz einfach sagt Frauchen, ich bin mit so vielen Futter- und Spielbelohnungen zu begeistern. Umweltbelohnungen finde ich oft eher langweilig. Umweltbelohnungen? Schon wieder so ein Wort aus der Hundetrainer-Sprache.

Was sind Umweltbelohnungen?

Unter Umweltbelohnungen versteht man Belohnungen, die aus der Umwelt genutzt werden können und wofür nicht unbedingt ein spezielles Futter oder Spielzeug eingesetzt werden müssen. So zählt man zum Beispiel wälzen oder rennen oder auch schnüffeln dazu. Mein Freund Sammy ist so ein Hund der Futter gar nicht immer so toll findet - versteh einer die Männer... Jedenfalls liebt er es zu schnüffeln und zu rennen. Im Training kann man ihn also damit ganz toll belohnen und kann sich das Futter oft sparen, da es gar nicht so attraktiv für Sammy ist wie eine ausgiebige Runde schnüffeln. Letztens im Training haben wir zugeschaut, wie einer der Trainingshunde für seine Arbeit mit einem Sprung in den Bach belohnt wurde - der hatte Spaß, das kann ich euch sagen!

Wozu brauchen wir jetzt aber die verschiedenen Belohnungen?

Ich gebe zu, mir wäre es ja am liebsten wenn ich immer meinen Ball zum spielen kriegen würde wenn ich etwas toll gemacht hat. Aber das geht leider nicht immer - und den ganzen Tag fressen wäre zwar ein Traum für mich, aber vermutlich könnte ich mich dann bald durch die Gegend rollen. ​Es gibt also für jede Situation für jeden Hund die perfekte Belohnung, wodurch wir das Training stark beschleunigen können! Denn wenn ich weiß, dass ich nach jedem Rückruf eine Runde mit meinem Ball spielen darf - ihr glaubt gar nicht wie schnell ich da zurück komme! Und wenn wir etwas üben wollen wofür ich mich ruhig konzentrieren muss nimmt Frauchen am liebsten kleine Leckerchen - ihr wisst schon, damit ich viel Futtern kann und trotzdem nicht dick werde. Aktuell muss ich auch wieder ganz viel trainieren, dass man beim Klingeln an der Haustür nicht ewig bellt - dabei ist das doch alles so aufregend. Wenn ich da schön ruhig bin darf ich jetzt immer Joghurt von meiner Leckmatte schlecken - das beruhigt mich so schön.

Fazit

Ihr seht schon, Belohnung ist nicht gleich Belohnung. Und jeder Hund hat andere Hobbys und liebt andere Dinge. Und nicht jeder hat einen so verfressenen Hund wie ich es bin. Fakt ist aber, und das habe ich inzwischen auch in mein kleines Papillon-Köpfchen gekriegt - für die richtige Belohnung machen die meisten Hunde sehr viel für ihre Menschen. Was allerdings die richtige Belohnung ist entscheidet der Hund, nicht der Mensch!

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Tags

Belohnung, Fräulein Smilla


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