Juni 1, 2019

Über den Sinn von Welpenspielgruppen

​Eine der ersten Fragen, die ich oft von neuen Welpenbesitzern höre ist die, ob denn die Welpen in meiner Welpengruppe auch genügend spielen dürfen. Gleichzeitig mache ich aber auch die Erfahrung, dass die Welpen, die ich entweder in meinen Online-Kursen betreue oder ausschließlich im Einzeltraining, oftmals später ein besseres Sozialverhalten an den Tag legen als die, die in Welpenspielgruppen waren.  Welpenspielgruppen werden in sehr vielen Hundeschulen angeboten und gelten als das Beste, was man für seinen Welpen machen kann. Es ist auch zu niedlich, wenn die kleinen Welpen durch die Gegend flitzen und über den Boden kullern. Hin und wieder ist mal ein erwachsener Hund dabei, um ein wenig hündische Erziehung rein zu kriegen. 

Direkt vorweg möchte ich klarstellen, dass es nicht das eine Grundrezept gibt und ​das Thema Welpenspiel sehr differenziert betrachtet werden muss. Dies ist natürlich in einem Blogpost nur eingeschränkt möglich, bei Rückfragen freue ich mich immer über eure Kontaktaufnahme!

Welpenkurs  vs. Welpenspielgruppe

Erst einmal ist klar zu unterscheiden, worüber wir hier reden. Jede Hundeschule, jeder Trainer und jeder Verein wird seine Welpengruppe individuell aufbauen - auch wenn die grundsätzlichen Themen sehr ähnlich sind. Eine große Unterscheidung jedoch mache ich zwischen reinen Welpenspielgruppen und einem Welpenkurs. Achtung, auch dies läuft überall anders ab und ich möchte niemandem zu Nahe treten oder angreifen.

Welpenspielgruppe: Hier werden Welpen, die im besten Fall vom Alter und Größe her zusammenpassen auf einem eingezäunten Gelände miteinander laufen gelassen. Oftmals ergibt sich dadurch ein sehr wildes Spiel, dieses Artet oft aus und wird teilweise sogar über eine ganze Stunde lang durchgeführt. Mit Spiel hat das jedoch oft nach einigen Minuten schon nichts mehr zu tun. Besonders wenn dann noch so Regeln gelten, wie : "Die klären das alleine" oder "wenn dein Welpe zu dir kommt, schick ihn weg, er muss da selbst durch" solltest du ganz schnell das Weite suchen. Oftmals werden hier auch 10 oder mehr Welpen mit nur einem Trainer "spielen" gelassen, im besten Fall wird in der Zeit wenigstens etwas Theorie erklärt. Oft wird hier dann besprochen, welcher der Welpen der Dominante ist, der später einmal Rudelführer werden will. Oft wird auch direkt dazu das Dominanz-Konzept erklärt und wie wichtig es ist, den Welpen direkt klar zu machen wer denn der Chef zu Hause ist. Direkt vorweg, sollte es bei dir so oder so ähnlich ablaufen, nimm deinen Welpen und geh schleunigst wieder weg! 

Welpenkurs: Dieser wird in einer Kleinstgruppe von maximal 5 Welpen pro Trainer durchgeführt. Hier wird viel Wert auf Ruhe und positives Training gelegt und den Hundebesitzern viele Themen erklärt, die Körpersprache beschrieben und erste Schritte im Training gegangen. Dies alles altersgemäß auf die Welpen abgestimmt. Die Welpen dürfen - wenn es die Größenverhältnisse und das Alter passt - auch miteinander spielen. Aber nur für sehr kurze Einheiten (circa 1-5 Minuten), und danach wird sehr viel Wert auf ein runter kommen und Ruheübungen gelegt. Wenn das Spiel aus dem Ruder läuft wird eingegriffen und eventuell auch mal ein Welpe zurückgehalten, der nicht so nett spielt. Es wird versucht für alle Welpen ein möglichst angenehmes und bereicherndes Spiel zu bieten. Im Idealfall sind die Welpen sogar unterschiedlicher Rassen und auch Alters, damit bereichernde Erfahrungen gesammelt werden können.

Wann ist eine Welpengruppe eine gute Welpengruppe?

Woran erkennst du als Welpenbesitzer denn nun aber, ob eine Gruppe gut ist oder nicht? Es gibt einige Faktoren, die ein deutliches Zeichen einer gut geführten Welpengruppe sind - und diese gibt es sowohl in Hundeschulen, bei mobil arbeitenden Hundetrainern als auch in Vereinen. Es kommt nicht auf das Wo an, sondern auf das Wie!

​Gruppengröße: Pro Trainer sollten maximal 4 Welpen anwesend sein. Anders ist es für den Trainer nicht möglich, sich um die Welpen genügend zu kümmern und für gute Erlebnisse zu sorgen.

Aufbau der Stunde: Beim Aufbau der Welpengruppe sollte die Entspannung in Anwesenheit anderer Hunde und das gezielte sozialisieren im Vordergrund stehen. Es wechseln sich lange Entspannungseinheiten mit kurzen Trainingssequenzen und auch einmal einem kurzen Spiel ab. 

Fokus der Stunde: Der Fokus der Stunde liegt darin, den Welpenbesitzer zu schulen und ihm die Verhalten und die Körpersprache des Welpen zu erklären. Ebenso liegt ein großer Fokus auf dem Entspannungstraining mit den Welpen.

Spiel unter den Welpen: Wird teilweise gestattet, wenn die Welpen miteinander harmonieren und schön spielen. Was schönes Spiel bedeutet und wann Spiel in Mobbing oder Stress umschlägt, erkennt der Hundetrainer und ​greift ein und schützt die Welpen. Ebenso erklärt er dies den Welpenbesitzern. Spiel unter Welpen kann nur stattfinden, wenn alle Welpen freiwillig mitspielen wollen. Wenn ein Welpe lieber abseits das Spielen beobachtet, ist dies ebenfalls genauso richtig wie das aktive mitspielen.

Qualität: Der Hundetrainer weiß, dass wenige gute Hundekontakte wesentlich sinnvoller sind als ständiges Spiel mit jedem Hund. Ebenfalls ist der Hundetrainer bereits erfahren und hat eine Ausbildung abgeschlossen und die Erlaubnis als Hundetrainer zu arbeiten. Ebenfalls werden den Welpen neue Eindrücke geboten, jedoch in einem Rahmen, den die Welpen verarbeiten können.

Training: Training sollte ausschließlich über positive Verstärkung stattfinden. Der Trainer erklärt den Hundebesitzern das Konzept dahinter und setzt dies dann auch aktiv um. Dies erzeugt eine gute Lernatmosphäre und so können die Welpen die ersten Signale bereits lernen. Fokus jedoch sollte immer auf einem entspannten Miteinander und einer guten Atmosphäre liegen, damit die Lernumgebung so optimal wie möglich ist.

Fazit:

Es ist gar nicht so einfach eine gute Welpenstunde zu erkennen. Oft hilft dir dein Bauchgefühl weiter, ob du dich dort wohlfühlst und dein Welpe entspannt und motiviert dabei ist. Ob eine Welpenstunde Pflicht ist für jeden Welpen - ich glaube nicht! Ein guter Welpenkurs kann deinem Welpen zu tollen Erfahrungen verhelfen, ein schlechter Welpenkurs jedoch kann auch sehr viel Schaden anrichten. Daher sollte man gerade in der Welpenzeit sehr genau darauf achten, welche Erfahrungen der Welpe sammelt. Wenn Kontakt zu einigen, gut sozialisierten erwachsenen Hunden gewährleistet ist für die Sozialisation, ist die Welpenstunde kein Muss, hilft aber den Welpen und den Hundebesitzern, gerade wenn es der erste eigene Hund ist.

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Tags

Welpen, Welpenkurs


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