März 23, 2019

Schlechtes Gewissen bei Hunden

​"Wenn mein Hund etwas angestellt hat, weiß er genau das er was falsch gemacht hat. Ich sehe es ihm dann immer schon an wenn ich die Tür reinkomme, er hat dann ein schlechtes Gewissen!" Solche Aussagen sind besonders bei Erstgesprächen in meinem Hundetraining nicht gerade selten. Besonders oft wenn es entweder um die Stubenreinheit des Welpens geht oder um Hunde, die wenn sie alleine sind etwas zerstören. Viele Hundehalter sind felsenfest davon überzeugt, dass ihre Hunde wissen, dass sie etwas falsch gemacht haben - warum würden ihre Hunde denn sonst so gucken und ein schlechtes Gewissen haben?

In diesem Blogpost geht es nicht darum, was der Hundehalter tun kann, wenn der Hund Gegenstände zerstört oder in die Wohnung macht. In diesem Beitrag möchte ich mich dem "schlechten Gewissen" der Hunde zuwenden. Gibt es das überhaupt? Warum gucken die Hunde denn überhaupt so?

Haben Hunde ein schlechtes Gewissen?

Nein! Hunde agieren und dabei kann er vorkommen, dass sie auch schon einmal Gegenstände zerstören oder in die Wohnung machen oder den Mülleimer ausräumen. Dies sind alles erst einmal für den Hund völlig normale Verhaltensweisen. Dass diese in der Menschenwelt unerwünscht sind, muss ein Hund erst einmal lernen! Dein Hund kann also gar kein schlechtes Gewissen haben, da er nicht weiß das er etwas falsch gemacht hat. Das er diese für uns unerwünschten Verhaltensweisen gezeigt hat, kann sehr vielfältige Gründe haben. Vielleicht ist der Hund einfach noch zu jung um stubenrein zu sein oder hat es nie gelernt oder ist krank. Vielleicht hat der Hund Trennungsstress und zerstört deshalb Einrichtungsgegenstände, vielleicht hat der Hund aber auch einfach nur Hunger und räumt deshalb den Mülleimer aus. Es gib vielfältigste Gründe, die niemals allgemeingültig für jeden Hund gelten müssen.

Warum guckt der Hund dann aber so?

Wenn Hunde nun kein schlechtes Gewissen haben, wieso gucken sie dann so, als hätten sie eins? Zuerst einmal ist dies eine rein menschliche Interpretation. Der Ausdruck, den die meisten Hunde in solchen Situationen zeigen, ist ein Ausdruck von Angst, Unsicherheit, Beschwichtigung und diverse andere soziale Ausdrucksweisen. Oftmals spüren die Hunde, dass wir sauer sind und beschwichtigen direkt einmal. Vielleicht haben sie aber auch schon die Lernerfahrung gemacht, dass die Menschen sauer sind wenn sie heim kommen und zeigen deshalb Anzeichen von Angst und Unsicherheit. Manche Hunde haben aber bereits auch die Erfahrung gemacht das sie mit einem solchen Ausdruck deutlich freundlicher begrüßt werden. Auch hier gibt es diverse Gründe. Eins ist aber sicher, es hat nichts mit einem schlechten Gewissen zu tun! In dieser Situation fühlt sich der Hund unwohl, hat eventuell Angst vor den eigenen Besitzern. Dies sollte weder dazu führen, dass man dies lustig findet noch das man solche Situationen provoziert. Hunde die sich so verhalten brauchen Unterstützung und Hilfe durch ihre Bezugsperson.

Was tun?

Was kannst du also tun, wenn dein Hund sich so verhält? Auf keinen Fall solltest du deinen Hund für ein Fehlverhalten bestrafen - erst recht nicht wenn du nicht live dabei warst. Suche dir kompetente Hilfe wenn dir nicht klar ist, warum dein Hund immer wieder dieses Verhalten zeigt - gerne unterstütze ich dich hierbei!​ Überlege dir selbst, wie du solche Situationen in denen dein Hund sich derart unwohl fühlt künftig vermeiden kannst - damit dein Hund nicht immer wieder in Angst- und Unsicherheit verfällt! Gebe deinem Hund die Möglichkeit, dir zu vertrauen und sich bei dir wohl zu fühlen - dazu gehört ein sicheres Zuhause ohne Strafe und Druck - erst Recht nicht wenn der Hund diese Strafe nicht einmal mit seinem Verhalten verknüpfen kann!


Tags

Ausdrucksverhalten, Grunderziehung


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