März 9, 2019

Wieviel Schlaf braucht mein Welpe?

​In nahezu jedem meiner Welpenkurse kommt früher oder später die Frage auf, wieviel Welpen schlafen sollten und was man tun kann, wenn der eigene Welpe nicht von alleine zur Ruhe findet.

Auch ich habe bei meinen ersten Welpen noch geglaubt, dass die Jungspunde selbst wissen wann es genug ist und sich dann zur Ruhe legen. Bei den ersten Welpen, die ich aufgezogen habe war das auch nie ein Thema, und auch da war ein Border Collie und ein Schäferhund-Mix Welpe dabei. Doch dann habe ich Smilla, meine jetzt 8-jährige Papillon-Hündin mit 8 Wochen vom Züchter abgeholt und direkt am ersten Tag gemerkt, dass dieser kleine Welpe nicht weiß, wann Schlaf angesagt ist. Es hat einige Wochen gedauert, bis wir einen guten Schlaf-Rythmus für Smilla gefunden hatten, mit dem sie genügend Schlaf kriegt.

Doch wieviel Schlaf braucht ein Welpe denn überhaupt?

Ein Welpe sollte als grobe Richtlinie circa 20 - 22 Stunden schlafen und dösen. Ja, du hast richtig gelesen, 20 - 22 Stunden. Natürlich ist damit nicht nur der Tiefschlaf gemeint, sondern auch die Zeit, in der dein Welpe ruhig auf seiner Decke liegt und döst, ebenfalls die Zeit, in der dein Welpe entspannt liegt. Und trotzdem sind die 20 - 22 Stunden über den Tag verteilt ein sehr sehr langer Zeitraum, da bleibt nicht mehr viel Zeit zum wach und aktiv sein.

Woran erkenne ich, dass mein Welpe zu wenig schläft?

Zuerst einmal natürlich an der Zeit, die dein Welpe wach ist. Wenn dein Welpe also morgens mit dir aufsteht und dann bis Abends nicht mehr viel schläft, ist das der erste Indikator für zu wenig Schlaf. Allgemein macht es manchmal auch Sinn, eine Art Schlaf-Tagebuch zu führen. Oftmals überschätzt man die Zeit, die der Welpe wirklich ruht und ist sehr erstaunt, wie wenig manch ein Welpe wirklich schläft. Ein deutliches Zeichen von zu wenig Schlaf- und Ruhephasen ist jedoch auch ein steigendes Aktivitätslevel bei deinem Hund. Zu Beginn werden vielleicht nur die wilden 5 - Minuten etwas wilder und länger, dann auf einmal werden es mehrere Phasen der wilden Aktivität über den Tag verteilt bis hin zu wilden Beiß-Attacken und nicht mehr entspannen können. Welpen die zu wenig schlafen werden oftmals von Tag zu Tag aktiver, teilweise aggressiver und quengeliger und sind oft nicht mehr in der Lage, entspanntes Verhalten zu zeigen! Stell es dir etwa so vor, als wäre ein quengeliges, völlig übermüdetes Kind vor dir. Leider entsteht oftmals eine Abwärtsspirale von immer müderem Welpen und immer mehr Aktivität. Hier sollte dringendst eingegriffen werden. Es gibt Welpen, die müssen lernen und Anfangs sanft gezwungen werden, zu schlafen!

Warum muss mein Welpe so viel schlafen?

Welpen stehen in der vollen Entwicklung und nicht nur ihr Körper, sondern auch ihr Gehirn entwickelt sich in einem rasanten Tempo. Im Schlaf verarbeiten die Welpen die Erlebnisse des Tages und können auch ihr Stresslevel wieder runterfahren. Wenn ein Welpe nun deutlich zu wenig schläft kann es passieren, das er nicht nur schlecht bis gar nicht in der Lage ist neues zu lernen, sondern das auch sein Körper und seine geistige Entwicklung Schaden nimmt. Nicht zu vergessen ist hier auch der Schaden in der Beziehung zwischen Mensch und Welpe, die meist immer schlecht wird je aktiver und aggressiver der Welpe wird.

​Was tun, wenn dein Welpe zu wenig schläft?

Das wichtigste direkt vorab: Wenn dein Welpe überdreht und sehr aktiv ist, solltest du auf gar keinen Fall anfangen, deinen Welpen mehr zu beschäftigen und immer längere Spaziergänge zu machen. Noch weniger solltest du deinen Welpen mit Ballspielen versuchen müde zu machen oder ih bereits am Fahrrad laufen lassen! Die folgenden Maßnahmen sind jedoch sinnvoll und sollten mit dem Welpen gemeinsam angegangen werden:

1) Überprüfe einmal, ob dein Welpe sich auf seinem Schlafplatz wohlfühlt und er dort gerne hingeht. Manche Welpen bevorzugen eine einfache Decke, andere ein Körbchen, viele Welpen lieben aber auch eine Box oder eine Höhle um sich zurück zu ziehen. Im Sommer sollte der Platz möglichst kühl sein, viele Welpen bevorzugen hier das Schlafen auf dem blanken Boden, da es ihnen sonst zu warm ist. Im Winter hingegen lieben manche Welpen auch eine sehr kuschelige, warme Decke. Der ein oder andere Welpe liegt auch gerne erhöht. Für viele Welpen ist auch der Standort sehr entscheidend, oftmals hilft es, den Schlafplatz an einen ruhigen Ort zu stellen, wo der Welpe aber trotzdem nicht abgeschieden ist. Viele Welpen werden eher unruhig und nehmen den Schlafplatz nicht an, wenn er zu weit außerhalb des Geschehens ist. Andererseits sollte der Ruheplatz natürlich auch nicht so sein, das alle 2 Minuten jemand halb über den Hund fällt.

2) Wie oben schon angedeutet lieben manche Welpen ihre Box. Besonders, wenn sie diese schon beim Züchter kennen gelernt haben. Die Box hilft, Ruhe zu finden und ein eigenes kleines Wohlfühlreich zu haben, wo ein Welpe gut entspannen kann. Wenn dein Welpe noch keine Box kennt, muss diese natürlich trainiert werden. 

3) Alternativ kannst du auch ein Deckentraining mit deinem Welpen machen, wie dies geht erfährst du in diesem Beitrag.

​4) Hilfreich ist es, wenn du lernst deinen Welpen so zu beobachten, dass du erkennst wann er anfängt zu entspannen und du ihn dabei unterstützen kannst. Hierzu eignet sich ein Entspannungssignal, oft hilft es aber auch schon, wenn man sich in Ruhe zu dem eigenen Welpen setzt und ihm einfach Gesellschaft leistet. Natürlich ist es für viele Welpen schwer einzuschlafen, wenn im Haushalt die pure Hektik herrscht.


Du siehst also, dass es für manche Welpen gar nicht so einfach ist, genügend zu schlafen. Es braucht zu Beginn oft Geduld und Ausdauer und viel Ruhe, um dem eigenen Welpen das schlafen zu ermöglichen. Bedenke bitte immer, dass der Welpe nicht so aufgedreht ist, weil er dir zeigen will dass er der Chef ist, sondern weil sein Organismus unter großem Stress steht und viel mehr Ruhe braucht!

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Tags

Grunderziehung, Welpen, Welpentraining


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