Februar 2, 2019

Finger weg!

​Wenn du gerade einen süßen, niedlichen Welpen hast oder einen sehr kleinen, süß aussehenden Hund dein eigen nennst, kennst du das bestimmt genauso gut wie ich: Viele fremde Menschen und auch fremde Kinder wollen den Hund streicheln - manchmal sogar auf den Arm nehmen. Wenn du Glück hast, wird wenigstens noch vorher gefragt - wenn du Pech hast stürzt man sich einfach auf deinen Hund und fasst ihn an. Dies passiert sowohl beim Spaziergang, noch öfters jedoch wenn man im Café sitzt oder auf einer Parkbank. Wenn dein Hund dann auch noch zu den als freundlich geltenden Rassen zählt, hast du oft den Joker gezogen. Ich selbst gehe mit meinem kleinen Papillon Smilla durch​s Leben, und Smilla sieht sehr freundlich und süß aus. Daher vergeht kaum eine Woche, wo nicht jemand probiert Smilla zu streicheln.

Smilla jedoch mag überhaupt nicht von fremden Menschen angefasst werden und von fremden Kindern erst recht nicht. Sie hat leider schon die ein oder andere schlechte Erfahrung gemacht, daher fühlt sie sich schnell bedroht. Es gibt jedoch auch Welpen, die sich über alle Maße freuen wenn jemand auf sie zukommt und sie streichelt. Wenn du jedoch einen Welpen hast, der z.B. später einmal sehr groß wird, solltest du bereits sehr früh deinem süßen kleinen Welpen beibringen, dass später nicht jeder Mensch begrüßt werden möchte und vor allem Kinder oft Angst vor großen Hunden haben.

Muss sich mein Hund anfassen lassen?

Meiner Meinung nach ein ganz klares NEIN auf diese Frage! Kein Hund muss sich von Fremden anfassen lassen, du magst es ja selbst vermutlich auch nicht auf einem Spaziergang einfach von einem Fremden umarmt zu werden. Auch willst du vermutlich nicht, dass jedes Kind dich umarmt. Jetzt stell dir einfach noch das Größenverhältnis eines Welpens zu einem erwachsenen Menschen vor - das ist als würdest du von einem Elefanten stürmisch begrüßt werden. In meinen Augen muss also kein Hund sich von fremden Menschen anfassen und streicheln lassen!

​Wenn du einen Hund hast, der vielleicht schon einmal schlechte Erfahrungen mit Menschen gemacht hat, dann hat dein Hund eventuell sogar große Angst bei Begegnungen mit Menschen. Vielleicht ist dein Hund nicht in Deutschland bei einem guten Züchter mit vielen Menschenkontakten aufgewachsen und hat daher vielleicht sogar Defizite in der Welpenzeit erfahren. Vielleicht gab es auch mal einen blöden Zwischenfall oder dein Hund gehört sogar zu den Rassen, die sehr misstrauisch Fremden gegenüber sind.

Welpen sollten natürlich möglichst viele Menschen kennenlernen, das bedeutet jedoch nicht, dass sich ein Welpe von jedem streicheln lassen sollte. Kennenlernen bedeutet, dass der Welpe viele Menschen kennenlernen sollte - gerne auch auf Abstand. Hierzu sollten nicht nur Erwachsene zählen, sondern auch Babys, Kleinkinder, Kinder, Jugendliche und auch Senioren. Im Idealfall legt man jedoch von Anfang an Wert darauf, dass der Hund die Menschen sieht und sich zu dem eigenen Menschen zurück orientiert und ruhig abwartet, gerne auch im sitzen. Dieses Verhalten ist später sehr wertvoll und so lernt dein Welpe direkt, wie man Begegnungen mit Menschen idealerweise angeht.

Bedrohliche Körperhaltung

Besonders für sehr kleine Hunde ist es sehr bedrohlich, wenn man sich über sie beugt um sie zu begrüßen. Ebenfalls sind viele kleine Hunde auch sehr zart und verletzlich, so dass besonders Kinder oft aus Hundesicht sehr grob handeln. Daher wundert es auch nicht, dass viele Hunde nach und nach immer mehr Angst vor solchen Begegnungen haben. Manche Hunde lassen die Berührungen dann einfach über sich ergehen und erstarren regelrecht, andere Hunde treten jedoch auch die Flucht an und wollen nur noch weg. Es gibt aber auch Hunde, die aus lauter Angst irgendwann erst anfangen zu drohen, dann zu knurren und wenn man dem Hund immer noch nicht hilft irgendwann sogar zubeißt. Dazu sollte es natürlich niemals kommen, daher helfe deinem Hund früh genug diesen Situationen nicht ausgesetzt zu werden!

Deine Aufgabe

Es ist also deine Aufgabe als Hundebesitzer, diese Situationen so zu managen, dass deinem Hund nichts passiert und er auch keine Angst kriegen muss.

1) Sage fremden Menschen sehr deutlich und klar, dabei aber freundlich warum dein Hund nicht angefasst werden will. Pass jedoch auf, denn manchmal muss man sehr schnell reagieren und auch sehr bestimmend sein, ansonsten ist dein Hund schneller angegrabscht als du gucken kannst!

2) Bringe deinem Hund bei, ein erwünschtes Verhalten wie ein Sitz neben oder hinter dir zu machen. Vielen Hunden hilft es auch wenn sie lernen, auf ein Signal hin hinter ihren Menschen zu gehen und dort zu warten. Somit kannst du als Mensch die Situation regeln und dein Hund ist in Sicherheit.

3) Erkläre warum du nicht möchtest, dass dein Hund gestreichelt wird! Nur durch Aufklärung kannst du dafür sorgen, dass dein Hund auch künftig geschützt ist. Sei klar und deutlich, aber trotzdem freundlich dabei!

4) Niemand hat das Recht, einfach deinen Hund anzufassen. Also rechtfertige dich nicht! Du bestimmst wer deinen Hund streichelt, und besonders wenn du weißt dass dein Hund das nicht mag, bleibe bei deinem Standpunkt und gebe hier nicht nach.

Vielleicht lässt sich dein Hund ja sogar gerne streicheln, wenn der andere Mensch sich hinhockt und deinen Hund das Tempo bestimmen lässt. Manche Hunde brauchen einfach etwas Zeit. Belohne deinen Hund für jedes erwünschte Verhalten das er zeigt und hilf ihm, vor anderen Menschen die ihn verängstigen zu beschützen.


Tags

kleiner Hund, Sozialisierung, Welpen, Zwerghunde


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