Januar 11, 2019

Deckentraining – nicht nur für Welpen

​Du träumst davon, dass du dein Hund mit einem Signal auf seine Decke schicken kannst und er dann dort liegen bleibt und sogar entspannt? Dies nicht nur bei dir zu Hause, sondern auch draußen und wo immer du unterwegs bist? Dies muss kein Traum bleiben, denn ein Deckentraining gehört als Basis zu jedem Hundetraining dazu und ist gar nicht so schwer wie man zu Beginn denkt! Wichtig ist jedoch, mit Struktur und Plan an die Sache ran zu gehen und somit ein optimales Training zu ermöglichen.

Dies fängst du im Idealfall bereits mit deinem Welpen an zu üben, aber auch jeder erwachsene Hund kann dies noch lernen und erfolgreich umsetzen.

Start des Trainings

Bevor du nun aber anfängst hoch motiviert zu trainieren, solltest du dir erst einmal Gedanken machen, wie das gewünschte Verhalten deines Hundes aussehen soll. Das hier beschriebene Training läuft darauf hinaus, dass du einen Hund hast, der auf ein Signal wie zum Beispiel "Decke" auf seine Decke läuft, sich dort entspannt hinlegt und dort bleibt, bis du ihm etwas anderes sagst oder ihm die Freigabe wieder gibst aufzustehen.

Voraussetzungen: Wenn dein Hund bereits ein Marker-Signal kennt, ist dies von Vorteil, aber für diese Übung nicht notwendig. Daher beschreibe ich die Trainingsschritte auch ohne Marker-Signal. Du kannst jedoch jedes Mal markern, wenn dein Hund auf der Decke das Verhalten zeigt, welches du haben möchtest. Du solltest dir vor dem Start des Trainings eine Decke besorgen, die Anfangs nur für das Deckentraining genutzt wird. Diese Decke wird zum Start des Trainings hingelegt und nach dem Training weggeräumt. Auf längere Sicht kannst du das Training natürlich auch generalisieren auf andere Decken oder ein Körbchen oder eine Box. Ebenfalls solltest du dir ein Signal überlegen, der einfachheithalber nutzen wir hier "Decke". Dazu brauchst du noch ein Auflösesignal, hier nutze ich "ok". Du solltest dich ebenfalls mit guten Leckerchen bzw Futter ausstatten.

1. Trainingsschritt: Zu Beginn lockst du deinen Welpen / Hund auf die Decke und fütterst ihn dort. Diesen Schritt wiederholst du wenige Male, bis dein Hund freudig auf die Decke geht und dort das Leckerchen frisst. Fange jetzt schon an, in dem Moment wo du deinen Hund von der Decke wieder runter lockst du den neuen Durchgang zu starten, dei Freigabe-Signal "ok" schon benutzt.

2. Trainingsschritt: Du wiederholst den ersten Schritt, achtest jetzt aber darauf dass du den Hund zusätzlich ins Platz lockst, wenn der Hund auf der Decke angekommen ist. Erst im Platz gibt es dann das Leckerchen. Nach wenigen Wiederholungen kannst du einmal probieren, ob dein Hund sich schon von alleine hinlegt sobald du ihn auf die Decke gelockt hast. Wenn ja, freue dich umso mehr und belohne ausgiebig! Wenn sich dein Hund nicht alleine hinlegt, wiederhole den Schritt noch einige Male. Denke auch hier wieder daran, jedes Mal bevor dein Hund die Decke verlässt, dein "ok" zu sagen. Es geht hier noch nicht um das bleiben auf der Decke, sondern lediglich um das hingehen und hinlegen. Danach darf der Hund direkt auf dein "ok" wieder aufstehen. Das bleiben üben wir separat.

3. Trainingsschritt: Nun bist du bereits soweit, dass du mit deinem Hund zusammen zur Decke gehst und er sich dort hinlegt. Nun gibst du direkt bevor ihr euch auf den Weg zur Decke macht das Signal "Decke". Du sagst dein "Decke", setzt dich dann in Bewegung und wiederholst Schritt 2.

4. Trainingsschritt: Du wiederholst den 3. Schritt, bleibst aber circa einen knappen Meter vor der Decke stehen und läufst nicht mehr ganz bis zur Decke mit. Dein Hund läuft alleine den Rest zur Decke? Glückwunsch! Das verdient eine tolle Belohnung für deinen Hund und für dich! Denke auch hier dran, jedesmal dein "ok" zu geben, bevor dein Hund die Decke wieder verlässt. Nach und nach bleibst du jetzt immer weiter vor der Decke stehen, so dass du nach und nach bereits 3-4 Meter vor der Decke stehen bleiben kannst und dein Hund auf die Decke läuft. Dann gehst du natürlich zu deinem Hund und belohnst ihn!

5. Trainingsschritt: Du variierst die Trainingsorte, zuerst ohne Ablenkung, dann mit immer mehr Ablenkung und an immer anderen Orten. Gerne, wenn es drinnen gut funktioniert auch draußen. Achte drauf, dass du auch an immer anderen Orten stehst. Du wiederholst so noch einmal die Trainingsschritte 3-4 von verschiedenen Orten aus!

Herzlichen Glückwunsch, dein Hund läuft nun auf das Signal "Decke" einige Meter aus verschiedenen Richtungen auf die Decke und legt sich dorthin. Damit hast du den ersten Schritt erfolgreich gemeistert!

Bleiben beibringen

Nachdem dein Hund nun zuverlässig auf die Decke geht, ist es jetzt an der Zeit das liegen bleiben zu trainieren. Dies funktioniert sehr einfach, wenn du kleinschrittig genug vorgehst und nicht erwartest, dass dein Hund direkt viele Sekunden liegen bleiben kann!

Wenn dir in dem Bleib-Training immer wieder passiert, dass dein Hund aufsteht bevor du das "ok" gegeben hast, dann warst du vermutlich nicht kleinschrittig genug im Training. Es geht hier wirklich um die Steigerung um einzelne Sekunden.

Schicke deinen Hund also wieder zur Decke, und zöger das Leckerchen etwa eine Sekunde länger raus als bisher. Sollte dein Hund bereits aufstehen, brauchst du kleinere Abstände, ansonsten hast du jetzt bereits die ersten 1-2 Sekunden bleiben geübt. Nun geht es darum, dieses sekundenweise zu steigern. Das heißt du übst nun viele, viele Durchgänge, und im Schnitt steigerst du die Dauer immer mehr. Aber Achtung, nicht folgendes Üben (in Sekunden): 2, 3, 4, 5, 6, 7... Sekunden bleiben, sondern lieber folgendermaßen: 2, 3, 1, ​2, 3, ​3, 4, 2, 4, 5, 3, 4, 4, ... Also kein erkennbares System für den Hund und eine langsame graduelle Steigerung. Wenn dein Hund toll mitarbeitet, darfst du ihm auch immer mal wieder für nur eine sehr kurze Zeit belohnen. Achte sehr penibel darauf, dass du immer (!!!) dein "ok" gibst bevor dein Hund aufsteht. Nach diesem Schema kannst du dann auch längere Zeiten trainieren.

In diesem Schema steigerst du dich also langsam auf circa 60 Sekunden bleiben und versuchst im Training zu vermeiden, dass dein Hund auch nur einmal verfrüht aufsteht. Wenn doch, warst du entweder zu schnell im Trainingsfortschritt oder die Ablenkung vielleicht zu groß.

​Sobald dein Hund mindestens 30 Sekunden zuverlässig liegen bleibt, kannst du anfangen auch Ablenkungen einzufügen. Natürlich auch hier sehr langsam und vorsichtig und belohnst natürlich sofort, wenn dein Hund brav liegen bleibt. 

Fehlermanagement

Steht dein Hund doch einmal auf, ohne dass du dein "ok" gegeben hast, schicke deinen Hund ruhig und entspannt wieder auf die Decke, belohne ihn diesmal aber nicht dafür! Erst wenn dein Hund dann wieder einige Sekunden dort geblieben ist, gibt es die Belohnung. Wenn dir dies öfters passiert überlege einmal, ob du zu schnell die Anforderungen gesteigert hast oder ob dein Hund vielleicht unkonzentriert ist. Wenn dies der Fall ist, breche das Training ab und räume die Decke weg und starte einen neuen Versuch einige Zeit später.

Du möchtest mehr zum Welpentraining über positive Verstärkung erfahren und weitere Tipps von mir erhalten?

Dann melde dich ​zum gratis Welpenkurs an, indem du auf das Bild clickst:


Tags

Grunderziehung, Welpenkurs, Welpentraining


{"email":"Email address invalid","url":"Website address invalid","required":"Required field missing"}

Weitere interessante Artikel:

​Bleibe auf dem Laufenden und erhalte gratis 6 Tipps für entspannte Spaziergänge !

>